Meisterstücke aus der Sammlung des Rosenmuseums

Ein frischer Rosenwind...

Ein frischer Rosenwind...

In die Sammlung des Rosenmuseums wurde kürzlich ein kleiner persischer Teppich geschenkt. Medaillon und Bordüre entsprechen den klassischen Ornamenten persischer Teppiche. Von den Maßen her ist er nicht größer als ein Poschti, ein Kissen. Die unregelmäßige Färbung lässt an die Verwendung von Naturfarben denken.
Dieser sehr feine handgeknüpfte Teppich entstand in der Provinz Yazd in der iranischen Wüste, etwa 250 Kilometer östlich von Isfahan gelegen. Er stammt aus einer Erbschaft, wurde vor 1970 gekauft, lag vor Licht geschützt und erreichte das Rosenmuseum in tadelloser Erhaltung.

Leicht aus der Mitte versetzt leuchtet auf grau-blauem Hintergrund ein opulentes Rosenbukett. Der Strauß, aus roten und weißen Rosen gebunden, zeigt Blüten in verschiedenen Stadien, von der Knospe bis zu weit aufgeblühten Blüten. Einige Blütenblätter sind bereits abgefallen. Andere, nicht genau bestimmbare Blumen, darunter eventuell Passionsblumen, runden das Gebinde ab.

Das schöne Stück stammt aus dem Besitz der Ländersammlerin Nina Sedano, die derzeit nicht reisen darf. Für die Neugestaltung der Orient- und Duft-Abteilung im Rosenmuseum suchten wir schon lange nach einem persischen Teppich mit Rosendekor in der richtigen Größe. Dass auch geknüpfte Rosen inspirierend wirken, zeigt nun dieser märchenhafte Zufall. Ein frischer Rosenwind muss die Frankfurterin zu dieser Schenkung veranlasst haben.

Den kleinen Teppich können Sie demnächst in der neu gestalteten Orient- und Duft-Abteilung des Rosenmuseums in Augenschein nehmen. Dort erzählen wir auch vieles über die besondere Beziehung zwischen Orientalen und der Blume des Propheten, der Rose.

Maße 50 cm x 58 cm

Knüpfung Kette aus Baumwolle, Flor aus Schafwolle

Abschluss geknüpfte Fransen

Foto Rosenmuseum / Nina Sedano

Süßes Wiener Mädel

Süßes Wiener Mädel

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In Vitrinen mit hübschem Nippes nehmen sich rosig garnierte Figuren besonders anschaulich aus. In die Sammlung des Rosenmuseums ist vor kurzem ein süßes Wiener Mädel gekommen. Wer den Raum im Rosenmuseum „Die Rose und die Schönen Künste“ kennt, dem erschließt sich sofort, warum es gerade dieses Mädel sein musste. Mit seinem schwarz gestreiften weißen Rock gehört es einfach hierher. Das besonders niedliche, leicht geneigte Gesichtchen ziert eine kleine schmollende Oberlippe. In den Armen trägt das Mädchen blaue Trichterwinden und einen dicken Strauß roter Rosen.

Die kleine Gärtnerin ist 16 cm hoch und perfekt erhalten.

Die Keramik stammt aus der Wiener Werkstätte und wird dem Bildhauer und Keramiker Michael Powolny zugeordnet. Powolny hatte 1906 mit dem Fachkollegen Berthold Löffler die Werkstätte „Wiener Keramik“ gegründet, die auch für die Wiener Werkstätte arbeitete. Das Wiener Publikum liebte und begehrte vor allem seine Figuren, zum Beispiel Putten, Figuren der Jahreszeiten und insbesondere die weiblichen Figuren mit Rosen. Bis 1932 war er Lehrer an der keramischen Fachklasse der Wiener Kunstgewerbeschule.

Rosenzauber des Jugendstil

Rosenzauber des Jugendstil

Rosen und Schmuck bezaubern zu allen Zeiten. Mit diesem prächtigen silbernen Rosen-Anhänger aus der Blütezeit des deutschen Jugendstils könnte sich eine Dame wahrhaftig schmücken, wäre das Schmuckstück nicht in der Sammlung des Rosenmuseums zu finden.

Für einen großen oval geschliffenen und polierten Grünachat schuf ein Silberschmied eine opulente Fassung. In meisterhafter Treibarbeit rahmen zwei dicht gefüllte Rosenblüten und Rosenblätter den smaragdgrünen Stein. Der feine Entwurf verbindet die Farbe des Steins elegant mit dem Thema der Arbeit, Laub und den Blüten der Rose.

Zu den bevorzugten Themen der Kunst des Jugendstils zählen pflanzliche Motive mit Blüten und Blättern. Sie versinnbildlichen die Kräfte der Natur, das ewige Werden und Vergehen. Dieses Werden und Vergehen symbolisiert die Rose, die Königin der Blumen, seit dem Mittelalter.

Durch seine Größe wirkt der Anhänger überaus extravagant, gleichwohl war das Schmuckstück für den alltäglichen Gebrauch konzipiert. Erst am Abend legte nämlich die Dame von Welt Gold und geschliffene, funkelnde Edelsteine an. Dergleichen Etikette gilt freilich heutzutage nicht mehr.

Das preiswerte Material, Silber und Halbedelstein, machte zu seiner Entstehungszeit solch ein modisches Schmuckstück auch für Damen erschwinglich, die sonst nicht auf Rosen gebettet waren.

Anhänger Durchmesser 5,8 cm, mit Öse 6,7,cm lang

Scheibe aus poliertem Grünachat Maße 15,1 mm x 23,3 mm

Stempel auf dem Rand der Rückseite „800“

Datierung um 1910

Foto Rosenmuseum / Hofer-Antikschmuck, Berlin

Dornröschen war ein schönes Kind

Dornröschen war ein schönes Kind

Das Märchen von der schönen Prinzessin Aurora ist wohl das bekannteste Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Dass die Prinzessin 100 Jahre lang schlafen musste – und mit ihr der ganze Hofstaat – lag an der Sparsamkeit ihres Vaters, der immerhin ein König war. Weil er lediglich zwölf goldene Teller besaß, lud er zwölf weise Frauen zur Taufe seines einzigen Kindes ein. Es gab aber 13 weise Frauen im Lande und so kam die 13. ohne Einladung schlecht gelaunt zu der Feier und verwünschte das Kind in der Wiege. Es sollte sich als junges Mädchen an einer Spindel stechen und sterben. Die zwölfte gute Fee verwandelte jedoch den Fluch in einen 100-jährigen Schlaf.

Hier sehen wir den kurzen Moment vor der Erlösung der Prinzessin. Ein tapferer Prinz bahnte sich den Weg durch die stachelige Dornenhecke, die über das ganze Schloss gewachsen war. Er entdeckt Dornröschen – so wurde die verwunschene Prinzessin inzwischen im Volksmund genannt – schlafend noch mit der Spindel in der Hand. Dass das 115-jährige Dornröschen ein schönes Kind war, ist hier für alle Ewigkeit festgehalten.
Hans Poppe, der Maler dieses zauberhaften Dornröschen-Bildes, studierte Bühnenbild an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin und arbeitete zunächst als Kunstmaler bei der DEFA, der Deutschen Film AG, dem volkseigenen Filmunternehmen der DDR. Seit 1956 baute er Szenenbilder für Spielfilme aller Art. Der Märchenfilm „Dornröschen“ wurde 1967 gedreht. Zu den Vorarbeiten mag dieses wahrlich märchenhafte Bild gehören, das noch heute Kinder und Erwachsene zum Träumen anregt.

Öl auf Spanplatte

Signatur H. Poppe

Maße 30 cm x 40 cm

Datierung vermutlich vor 1967

Foto Rosenmuseum / Bernd Jansen, Wiesbaden